IXS GDC Winterberg, 18.-20. Mai 2012 – MUDDY MARY
24.05.2012
Rennbericht Maria Brinker: IXS GDC Winterberg
20! Ja doch es sind 20 blaue Flecken (bzw. Flecklandschaften), allein an den Beinen.
Die Saison hat schon im März begonnen, doch jetzt endlich zum Dirtmasters Festival in Winterberg kam es zum ersten Rennen 2012. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, habe ich doch versucht möglichst viel auf meinem Radel zu sitzen und zu trainieren, mein ROSE Beef Cake vorher tip top gepflegt und in Schuss gebracht und vor allem mit den neuen Local Outerwear Sachen für den richtigen Style und Funktion gesorgt. Nach dem eher zu vernachlässigendem Ergebnis des Vorjahres wollte ich Winterberg diesmal so richtig rocken. Bei der Streckenbesichtigung war ich auch noch voll der Meinung: das wird mein Rennen! Doch spätestens bei der ersten Trainingsfahrt am Freitag war klar, dass das Ziel sein wird, einfach nur gesund unten anzukommen.
Durch den Regen und Schnee (im Mai) die Tage davor, war der Boden noch so richtig schön nass. Die neue Streckenabsteckung, die darauf ausgelegt war möglichst gute Kurventechnik und ein Zaubermittel gegen offene, rutschige und in alle Richtungen wachsende Wurzeln zu haben, machte allen Fahrern Freude beim Fahren aber vor allem beim wegrutschen, fallen und schieben.
Die Linie gut eingeprägt und den Umständen trotzend ging ich am Samstag an den Start des Seeding-Runs, der für mich leider schon im ersten kleinen Waldstück vorerst endete. Fahrfehler und ein in letzter Sekunde vor dem Baum gestoppter Sturz ließen mich kurzzeitig daran zweifeln, ob ich hier richtig war. „Komm steh auf!“, „Fahr weiter!“, „Bring’s zu Ende!“. Ja in so einem Schock Zustand ist man schon machtlos und die Freunde haben einen voll im Griff. Und so setze ich meine Abwärtsfahrt, bereits von meiner Verfolgerin überholt, fort und kam tatsächlich im Ziel an. Gott sei Dank! Geschafft! Morgen wird’s besser! (bildete ich mir ein).
Aber Petrus tat alles, um diese Hoffnung zu zerstören und ließ es Samstagnacht nochmal gewaltig regnen. Beim Sonntagstraining war alles klar: das ist unfahrbar (danke an die Top-Lizenz-Fahrer, die meine Meinung teilten)! Der untere Teil der Strecke war eine reine Schlammhölle. Da wo sich 50cm tiefe Rinnen und „Anlieger“ gebildet hatten, war es richtig gut zu fahren, alles andere einfach nur ein Glücksspiel. Mit meiner Zeit vom Vortag durfte ich als erstes den Rennlauf bestreiten. Diesmal ohne Patzer im ersten Waldstück. Auch sonst bin ich bis auf die obligatorischen Po-auf-den-Sattel, Füße-runter und schnell-um-den-Baum schieb ganz gut durchgekommen und nur 3x gestürzt. Im Schneckentempo durch die tiefen Schlammspuren kämpfend durfte ich aufgrund meiner hervorragenden Startpositionen im Ziel sogar im Hot Seat Platz nehmen und konnte so alle weiteren Mädels meiner Klasse begrüßen und beglückwünschen, dass alle heile angekommen sind, trotz eingesetzten Regens und wenn auch z.B. mit nur einem Schuh (ich hoffe du hast ihn wieder?).
Kurzum: Muddy Mary freut sich auf Steinach am Brenner – das wirklich erste „RENNEN“ (im Sinne von schnell fahren) der Saison und bedankt sich bei Petrus für die neu erlernte Fahrtechnik und 20 blaue Flecken.
RIDE ON!
Muddy Mary

